Zoo Gelsenkirchen
Abenteuer Wildnis im Ruhrpott

 Foto: Erne
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Ganz lässig strecken die Giraffen ihre langen Hälse und rupfen an Blättern und Zweigen. Mittagessen am See in der Savanne. Die staksigen Langbeiner genießen das Grünzeug aus der Höhe, während die Menschen auf der anderen Seite des kleinen Sees an Tischen aus alten Ölfässern hocken und Bratwürste mampfen. Zum Nachtisch gibt es für die Besucher Eis am Stil – und eine Bootssafari mit der African Queen.

Ein Besuch im Zoo von Gelsenkirchen will die Besucher in ferne Welten entführen und ihnen die Landschaften Afrikas und Alaskas mit ihren Tieren und Siedlungen so nahebringen wie auf einer Safari oder Expedition. Dazu wurde und wird der 1949 gegründete Ruhrzoo seit dem Jahr 2000 komplett umgebaut. Statt in konventionellen Gehegen sind die Tiere der Zoom Erlebniswelt in großzügig gestalteten Landschaftsbildern untergebracht. Dazwischen gibt es Warntafeln und Verkehrsschilder wie sie auch an Highways und in Nationalparks zu finden sind. Szenen aus der Welt der Trapper, Goldgräber und Abenteurer wurden wie Filmkulissen gestaltet. Wenn im kommenden Jahr noch die Erlebniswelt Asien öffnet, ist das groß angelegte Umbauprojekt "Zoo der Zukunft" abgeschlossen.

Bis dahin müssen sich die Besucher zwischen zwei Welten entscheiden. Durchs Tlingit- Portal mit dem Totempfahl können sie nach Alaska einreisen oder durchs Jambo- Portal in den Dschungel eintauchen. Die Safari durch Afrika führt in ein Dorf mit Somalischafen, Zwergziegen und Watussirindern, weiter in die Buschsavanne, wo der König der Tiere unnahbar seine prachtvolle Mähne schüttelt und aus Felsnischen sein imposantes Gebrüll erklingt. Über Hügel zieht sich der Weg, vorbei an der hübschen Tüpfelhyäne zu Zebras, Straußen, Antilopen und Kudus, die in der Ferne grasen. Herangezoomt werden können die Tiere auch in diesem weitläufigen Zoo(m) nicht.

Aber da ist ja noch die Bootsfahrt auf dem Afrikasee, die direkt an den lustigen Bewohnern von Pavian Hill vorbeiführt, an Pelikanen, Kormoranen, Marabus und dem Sattelstorch mit schwarzem Kopf und rot-gelbem Schnabel, der aussieht wie ein Schalke-Fan beim Länderspiel. Das stattliche Flusspferd, das seine Leibesfülle in der Sonne ausbreitet, wirkt dagegen nicht so recht echt. Doch auf der Lemuren-Insel turnen die stark bedrohten roten Varis quicklebendig direkt vor den Köpfen der Kinder herum.

Auch auf Expedition in den vier Vegetationsformen Alaskas steht das Erlebnis im Vordergrund. Es macht Kindern und Erwachsenen Spaß, die Trapperhütte zu inspizieren, die Lederstrumpf eben kurz zum Fallenstellen verlassen haben muss. Hier leben Luchse, Schnee-Eulen und die possierlichen Waschbären, die gerne mal durchs Wasser waten und einen Fisch angeln. Tagsüber hängen Baumstachler und Biber müde in den Seilen, aber die wuseligen Stinktiere und die wackeligen jungen Elche gleichen das charmant aus. Hoch her geht’s beim Goldwaschen auf Joe’s Claim. Manch ein Nugget wird aus dem Klondike River von kleinen Schatzsuchern herausgesiebt. Daneben gehören die größte Seelöwenanlage Europas mit Unterwassertunnel und die Kodiakbären, die von der Hängebrücke aus oder in der Bärenhöhle beobachtet werden können, zu den großen Attraktionen Alaskas. Sollten sie gerade Siesta halten, ist das Alaska Ice Adventure eine begehrte Alternative. Im bewegten Rundkino wird mit Multimedia eine Reise durchs stürmische Nordpolarmeer simuliert.

Andrea Erne, vom 11.07.2009 05:00 Uhr
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