Umweltzertifikate
Mit grünem Gewissen auf Reisen gehen

Reisen und ferne Länder entdecken ist in unserer globalisierten Welt so einfach wie noch nie – und vor allem immer günstiger. Die Reisefreiheit ist sogar seit 1948 ein internationales Menschenrecht. Die Begegnung mit Menschen in aller Welt kann viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen, aber ... Foto: Fransys/Shutterstock
Reisen und ferne Länder entdecken ist in unserer globalisierten Welt so einfach wie noch nie – und vor allem immer günstiger. Die Reisefreiheit ist sogar seit 1948 ein internationales Menschenrecht. Die Begegnung mit Menschen in aller Welt kann viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen, aber ...Foto: Fransys/Shutterstock

Über 100 Zertifikate gibt es inzwischen, die für das „grüne Reisen“ werben. Denn das ökologische Gewissen drückt immer mehr Reisende. Doch nicht alle Öko-Labels halten auch, was sie versprechen: umweltschonenden Tourismus. Viele betreiben auch sogenanntes „greenwashing“: sie geben den Betreibern ein grünes Image, weil es gut ankommt. Wirklich viel steckt dann aber nicht dahinter. Wir stellen daher Ökosiegel vor, bei denen laut Bundesregierung, fairunterwegs.org und der Stiftung Warentest das grüne Gewissen tatsächlich mit auf Reisen geht. Weitere empfehlenswerte Labels finden sich unter label-online.de.

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Zudem wollten wir im Interview mit einem Experten des ökologischen Verkehrsclubs VCD wissen: Grün reisen – wie geht das?

Was halten Sie von der Vielzahl an Öko-Siegeln?

Öko-Siegel sind per se nicht verkehrt. Es sollte aber genau überprüft werden, was die Unterkunft nun „öko“ macht und welche Kriterien sich hinter dem Siegel verstecken. Darüber hinaus muss klar sein: Nur weil das Hotel ein Öko-Label hat, ist der Urlaub nicht automatisch nachhaltig. Ein Öko-Siegel für eine Unterkunft in Vietnam gibt einer Fernreise nur einen grünen Anstrich, der aufgrund der riesigen Emissionen aus An- und Abreise nicht gerechtfertigt ist. Der Verbraucher wird schnell in die Irre geführt, da er selten das Gefühl dafür hat, wie hoch die Emissionen wirklich sind. Hier gibt es ein großes Transparenzdefizit im Tourismus und daraus resultierend eine mangelhafte Sensibilität beim Urlauber.

Wie sieht denn eine ökologische Reise aus?

Der Öko-Faktor einer Reise setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: An- und Abreise, Unterkunft sowie Aktivitäten vor Ort. Da drei Viertel der tourismusbedingten Emissionen auf den Hin- und Rückweg zurückzuführen sind, gilt es vor allem bei der Verkehrsmittelwahl mit dem Öko-Urlaub anzufangen. Auf einer Flugreise wird wesentlich mehr klimaschädliches CO2 ausgestoßen und zwar 228 g CO2/100Pkm, bei der Bahn sind es nur 45g CO2 pro 100 Personenkilometer. Deshalb muss hier ein Umdenken stattfinden.

Wie kann ich selbst – auch ohne Ökosiegel – grün reisen?

Wer nachhaltig reisen will, sollte am besten auf einen Flug verzichten. Anstatt eine Trekking-Tour in Lateinamerika zu buchen, kann auch ein Wanderurlaub in den Alpen unglaublich erholsam und vor allem nachhaltig sein. Das heißt nicht, dass man die nächsten Jahre Deutschland nicht mehr verlassen kann. Per Bahn können auch internationale Urlaubsziele bequem und einfach erreicht werden. Das VCD-Projekt Via Deutschland z.B. gibt Tipps, welche Urlaubsregionen gut mit der Bahn erreichbar sind und wo ein Zwischenstopp eingelegt werden kann. Auf de Strecke Köln – Nizza bietet sich beispielsweise ein Zwischenstopp in Paris an. Quasi „auf dem Weg“ kann hier der Louvre besucht, der Eifelturm bestiegen oder ein guter Rotwein getrunken werden. Ganz nach dem Motto: Europa ist zu schön um zum drüber wegfliegen.

Das Reiseportal ViaDeutschland.de hält viele praktische Informationen für die Bahn-Reise und die Zwischenstopps in europäischen Großstädten bereit. Mehr Informationen unter http://www.viadeutschland.de oder http://www.vcd.org/tourismus.html.

Matthias Ebbertz, vom 03.03.2013 07:38 Uhr
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