Spanien
Abseits des Jakobwegs in Galicien

Die Rías Baixas mit ihren Inseln und den wunderbaren Stränden liegen an der Küste Galiciens. Foto: shutterstock/ Landscape Nature Photo
Die Rías Baixas mit ihren Inseln und den wunderbaren Stränden liegen an der Küste Galiciens. Foto: shutterstock/ Landscape Nature Photo

In diesen bewegten Zeiten tun sich reiselustige Menschen immer schwerer, neue Reiseziele zu finden. Griechenland hat sich von der Krise noch nicht erholt, die Türkei haben viele Urlauber aus unterschiedlichen Gründen gestrichen. Und wer zum Beispiel in Spanien ausweichen will, muss entnervt feststellen, dass alles ausgebucht und überteuert ist. Wie sagte jüngst ein Stuttgarter Gastronom, der es in Ferienzeiten nach Ibiza geschafft hatte: „Ich bin nur deswegen nicht vorzeitig abgereist, weil alle Rückflüge ausgebucht waren. Da war es viel zu voll.“ Dank einer neuen Direktflugverbindung der Lufthansa von Frankfurt aus könnte jetzt eine Region in Spanien in den Blick geraten, die bisher nur wenige als Urlaubsziel in Erwägung zogen: Santiago de Compostela und die nahe liegenden malerischen Buchten der Rías Baixas mit ihren Inseln und Stränden in Galicien.

So wird das Wetter

Wer bisher in diese Gegend Spaniens wollte, hat oft den mühsamen Jakobsweg in mehreren Etappen bis zum Ziel Santiago beschritten. Nicht-Pilger von außerhalb Spaniens hatten die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galicien mit ihren nicht ganz 100 000 Einwohnern nur mit Umsteigeflügen erreichen können. Die Spanier selbst wissen die Schönheit der Stadt zu schätzen, schließlich sorgen sie für einen Großteil der rund vier Millionen Touristen, von denen lediglich etwa zehn Prozent Pilger sind. Bekannt sind natürlich die Kathedrale als einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit und das angrenzende Altstadtviertel. Was viele aber bei einem ersten Besuch überraschen dürfte, ist, dass Santiago eine junge Stadt ist. An einer der bedeutendsten Universitäten Spaniens studieren mehr als 30 000 Studenten. Entsprechend vielfältig ist die Kneipen- und Kulturszene der Stadt und entsprechend viel ist abends auch in den engen Gassen los.

Die Stadt der Kultur

Weniger bekannt ist Gaiás, die „Stadt der Kultur“ oder „Cidade da Cultura“ etwas außerhalb von Santiago. Dort entstand in den vergangenen Jahren nach den Plänen des amerikanischen Architekten Peter Eisenman die gewaltige, aber unvollendete „Kulturstadt Galicien“. Das Projekt wurde irgendwann zu teuer, die Bauarbeiten wurden abgebrochen, ein kleiner Teil des Areals ist eine unschöne Bauruine. Der Rest der riesigen Anlage ist vor allem für Kunst- und Architekturfans durchaus einen Besuch wert. In den Räumen sind unter anderem ein Museum, ein Theater und das Archiv Galiciens untergebracht. 

Zum Meer und damit vom Stadt- und Kultururlaub zum Strand- und Naturleben sind es kaum 60 Kilometer, bequem über die Autobahn zu erreichen.  Die fünf tief ins Land eingeschnittenen galicischen Buchten, in denen Flüsse ins Meer münden, Rías genannt, locken die Spanier schon lange.   In der Ría de Arousa ist die Halbinsel von O Grove für ihre kilometerlangen Strände, ihre Naturschutzgebiete oder für die Insel La Toja mit ihrem Thermalwasser bekannt.

Jürgen Brand, vom 02.08.2017 11:58 Uhr
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