Schiffsreise ins Blaue
Einfach mal abtauchen in Thailand

Magische Momente lassen sich bei einer Bootstour in Thailand erleben, wie unsere Bildergalerie beweist. Foto: Shutterstock/Iakov Kalinin
Magische Momente lassen sich bei einer Bootstour in Thailand erleben, wie unsere Bildergalerie beweist.Foto: Shutterstock/Iakov Kalinin

Schnorcheln, Stehpaddeln, Seeluft inhalieren und sich so langsam an 30 Grad gewöhnen. Nok trägt eine Augenklappe. Piratinnen tun das. Die 32-jährige Thailänderin ist so etwas wie die gute Seele auf der „Thaifun“. Der Name erinnert nur vordergründig an böse Stürme, die Betonung liegt auf „fun“, also Spaß. Den haben die Passagiere, denn es geht ins Paradies, ins türkisblaue Meer, zu den Sandstränden und bunten Fischen zwischen den Korallen. Luft und Wasser haben 30 Grad.

Die Tagestour auf dem Schiff beginnt auf der Urlauber-Insel Ko Chang. Sie liegt im östlichen Golf von Thailand – nahe an Kambodscha. Von Zeit zu Zeit legt das kleine Beiboot ab und braust zum Strand hinüber. Dann steigen neue Gäste ein. Sie gliedern sich rasch ein in das lustige Bordleben. Warme Seeluft schnuppern, sie sich durch die Haare wehen lassen, wunderbar! Am Horizont geben sich kleine Inseln als hellblaue und hell-hellblaue Umrisse zu erkennen. Vom Heck aus springt die lustige Gruppe ins warme Wasser vor der Insel Ko Wai. Es hat kaum Wellen und ist so warm wie in der Badewanne – etwa 30 Grad. Die Luft hat dieselbe Temperatur.

Zebrafische fallen über eine Melone her

„Ich sehe schon Gelbgestreifte“, empfiehlt Rudolf seinen Standort und steckt wieder den Schnorchel in den Mund. Nok wirft einen roten Melonenrest über Bord. Augenblicklich zucken dort etwa hundert Zebrafische zusammen und nagen an dem süßen Etwas. Später beim zweiten Schnorchelstopp hat Jim die ersten größeren Fische vor seiner Tauchmaske. „Barrakudas“, stößt er überrascht hervor. Die rund 50 Zentimeter langen Raubfische bewegen sich nur Zentimeter unter der Wasseroberfläche, halten aber genug Abstand zu den Menschen, die ja schließlich nicht in ihr Beuteschema passen. Zu groß. Jim und Monika haben gerade zugesehen, wie nur wenige Zentimeter große Fische in einem Barrakuda-Maul verschwinden.

Nach acht Minuten würde der Seeigel sterben

Nok hat inzwischen einen Seeigel an Bord holen lassen. Das bläulich funkelnde Tier, das 30 Zentimeter lange, schwarze Stacheln schützt, liegt in ihrer Hand, während die Thailänderin vom Leben erzählt, vom Leben des Seeigels. „Nach acht Minuten muss ich ihn wieder hineinwerfen, sonst überlebt er nicht“, macht sie klar. Der Diadem-Seeigel weidet sich nachts an Algen. Tagsüber rücken die Tiere zusammen und bilden einen undurchdringlichen Stachelwald.

Bald schon werden die ersten Speisen an Deck gereicht. Warmes Büfett im ersten Stock – Nok und ihre Kollegen haben Hand angelegt. Der fünf Meter lange Tisch biegt sich, so viele volle Schalen mit thailändischen Fleisch- und Fischgerichten stehen liebevoll präsentiert oben drauf. Dann ist wieder eine Insel in Sicht – Ko Mak. Sie gilt als Geheimtipp für Freunde einsamer Strände. Sie ist nicht vom Massentourismus beleckt. Es gibt ein paar Resorts und Bungalows in Strandnähe.

Vitaminbomben versüßen Affen den Tag

Pierre aus Frankreich hat sich zwei Boards zum Stehpaddeln gekauft, die er verleiht. „Wenn das warme Wasser über die Füße plätschert, ist das pures Urlaubsfeeling“, beschreibt er seine Ausflüge auf den schwimmenden, schlanken Brettern. Bevor sich auf der Rückfahrt der „Thaifun“ nach Ko Chang die Sonne senkt und auf das leicht gewellte Wasser tiefgelbe und bräunliche Töne zaubert, steuert der Kapitän noch einen Affenfelsen an. Obstreste scheinen die Tiere zu mögen. Sie gehen als „Vitaminbomben“, geworfen von den Schiffsbesatzungen, auf den Felsen nieder und lösen einen Ansturm der Affen aus. Bald bringt das Beiboot die Gäste wieder zum jeweiligen Hotel am Strand.

Was für ein Tag, der wieder am Strand endet mit den Füßen im warmen Wasser! „Könnte man morgen nochmal machen“, sagt Rudolf, „und dann auf Ko Mak übernachten.“

Informationen:

Anreise: Flüge ab Deutschland mit Zwischenstopp in etwa zwölf Stunden ab 500 Euro, verschiedene Fluglinien. Reisezeit: Oktober bis Mai; Wasser und Luft täglich bis etwa 30 Grad. Ende Mai bis September ist Regenzeit. Inseln wie Ko Mak sind dann nicht mehr regelmäßig zu erreichen, „Thaifun“ stellt für die Zeit den Betrieb ein.

Tagesausflug mit „Thaifun“: 1390 Baht (34 Euro) mit Mittagsbüfett, Kuchen, Wasser, Tee, Kaffee, zwei Schnorchelstopps auf Ko Wai und Ko Mak, Erläuterungen und Unterhaltung. Das Schiff fährt mit Biodiesel, die Toiletten haben Auffangtanks und auch sonst ist der deutsche Eigner um Nachhaltigkeit bemüht. Zu buchen von Hotels und Fremdenverkehrsbüros in Bangkok und auf Ko Chang. Die Fahrt lässt sich auch auf Ko Mak unterbrechen und an einem späteren Tag fortsetzen. www.thaifun-kohchang.com.

Auskunft: Thailändisches Fremdenverkehrsamt; www.thailandtourismus.de; www.tatnews.org.

Knut Diers, vom 13.03.2013 06:45 Uhr
  Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Jetzt bewerten!
          0
Kommentare (1)
  • » Kommentare anzeigen
  • » Kommentar schreiben
Anzeigen
JAN
25.
09:07 Uhr, geschrieben von fritz würschum
deine rückfrage
... ich habe im nirvana gefischt. ist es das, was dir entschwunden ist? vor 6 Jahren waren christiane und ich auf Ko Chang. Damals noch fast alleine - eine Insel der Seeligen. Jetzt fallen offenbar die Touris darüber her, wohl bald in Massen. Also geht hin, bevor auch da sich die Zeiten geändert haben. Und vergesst eure Augenklappe nicht! Den Deutschen habe ich erlebt, wie er von seinem Projekt geträumt hatte. damals lief es noch mit Hängen und würgen. Nun ist es soweit dort war ich auch zwei Tage in einem buddhistischen Kloster. Sehr höfliche und gastfreundliche Mönche. ein sehr wohltuendes, unvergessliche Erlebnis nach einer 10tägigen von evangelikal-charismatischen amis dominierten tagung. Gruß an euch beide und gott befohlen, Fritz
0
Kommentar bewerten