Reise der Woche
Feuer frei auf Sylt

Das Wort Biike ist friesisch und bedeutet „Seezeichen“ oder „Feuermal“.  Auf Sylt gibt es neun Biiken, an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste, auf den Inseln und Halligen sind es um die 60. Das gelebte Brauchtum gehört seit 2014 zum „Nationalen Immateriellen Kulturerbe der Unesco“. Foto: Georg Supranz/Sylt Marketing
Das Wort Biike ist friesisch und bedeutet „Seezeichen“ oder „Feuermal“. Auf Sylt gibt es neun Biiken, an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste, auf den Inseln und Halligen sind es um die 60. Das gelebte Brauchtum gehört seit 2014 zum „Nationalen Immateriellen Kulturerbe der Unesco“. Foto: Georg Supranz/Sylt Marketing

Beim Biikebrennen am 21. Februar verabschieden die Sylter mit hellen Flammen den Winter. Das traditionelle Fest zählt für viele Insulaner mehr als Weihnachten und gehört zum immateriellen Kulturerbe.

So wird das Wetter auf Sylt

Das Wort Biike ist friesisch und bedeutet „Seezeichen“ oder „Feuermal“. In der heidnischen Zeit brannten die Opferfeuer, um den germanischen Gott Wotan gnädig zu stimmen. Später wurden mit den am 21. Februar entzündeten Biiken die Seefahrer verabschiedet. Vorher hielt man einen Gerichtstag ab, um alle Angelegenheiten zu regeln, falls die Männer nicht wiederkehrten. Die Walfangsaison begann traditionell am 22. Februar – Pidersdai nennen die Friesen den Namenstag von Petrus, Schutzpatron der Fischer.

Heute leben die Sylter vom Tourismus statt vom Walfang. Biike feiern sie immer noch. Nun werden symbolisch Winter und Frost verbrannt – manchmal ganz wörtlich in Gestalt einer Strohpuppe ganz oben auf dem Reisigberg. Erst wenn der Pider fällt, darf man das Feuer verlassen und bei Grünkohl, Kassler und reichlich Schnaps feiern. Am nächsten Tag haben die Kinder schulfrei. Auf Sylt gibt es neun Biiken, an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste, auf den Inseln und Halligen sind es um die 60.

Das gelebte Brauchtum bekam im Dezember 2014 den Ritterschlag: Es wurde in die Liste „Nationales Immaterielles Kulturerbe der Unesco“ aufgenommen. Ein Titel, mit dem sich auch die deutsche Brotkultur und die schwäbischalemannische Fastnacht schmücken dürfen.

Bilder vom Feuerspektakel auf Sylt sehen Sie in unserer Bildergalerie

 

 

Susanne Hamann, vom 06.12.2015 00:00 Uhr
  Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Jetzt bewerten!
          1
Kommentare (0)
  • » Kommentare anzeigen
  • » Kommentar schreiben
Autor *
E-Mail * (wird nicht veröffentlicht)
Betreff *
Ihr Kommentar *
* Pflichtfelder