Kalifornien
Leben wie Gott in San Diego

Die Visitenkarte von San Diego: Das historische Gaslampenquartier warten mit Bars, Nachtclubs Hotels und Speiselokalen bis weit nach Mitternacht auf. Die Architektur der historischen Gebäude ist geprägt durch ihren 
viktorianischen Baustil. Daher kommt auch der Name des Viertels, der auf den zahlreichen, stiltypischen Gaslampen beruht. Foto: John Bahu/Visit California
Die Visitenkarte von San Diego: Das historische Gaslampenquartier warten mit Bars, Nachtclubs Hotels und Speiselokalen bis weit nach Mitternacht auf. Die Architektur der historischen Gebäude ist geprägt durch ihren viktorianischen Baustil. Daher kommt auch der Name des Viertels, der auf den zahlreichen, stiltypischen Gaslampen beruht.Foto: John Bahu/Visit California

Wem der Alltag immer ein bisschen wie Urlaub erscheint, der wohnt wahrscheinlich in San Diego. In keiner anderen Millionenstadt Kaliforniens lebt es sich so entspannt. Die Leute an den feinsandigen Postkartenstränden sind locker drauf. Das spüren auch die Touristen rasch. Gründe ganz nahe der mexikanischen Grenze zu kommen, gibt es in Hülle und Fülle - nicht nur der einmaligen Multi-Kulti-Küche wegen. Ob zu einem der vielen Kongresse wie der weltgrößten Comicmesse, zu Sightseeing in dem an Museen reichen Balboapark, zur Dauerparty beim Mardi-Gras-Festival oder nur, um im "Gaslaternenviertel" eines der kreativen Craftbiere zu trinken, die sage und schreibe 132 Brauereien im County schäumen lassen - San Diego calling.

So wird das Wetter

An der über hundert Kilometer langen, sonnenverwöhnten Küste mit ihrem einladenden Ozean und ganzjährigen Tagesdurchschnittstemperaturen von 20 Grad Celsius spielt sich ein Großteil des Lebens im Freien ab. Spitzenfreizeitparks oder Legoland California  locken ganzjährig. Golfer kommen auf den Weltklassegreens von Torrey Pines ebenso auf ihre Kosten wie die Surfer im funkeln blauen Pazifik. Ob Stand-up-Paddling in der Mission Bay oder mit dem Kajak in Grotten an der idyllischen Küste von La Jolla vorstoßen: wer eher draußen "zuhause" ist, ist hier genau richtig.  Es ist schwer zu sagen, wer mehr Spaß im Legoland hat: die Kleinen, die durch eine Zauberwelt aus 60 Millionen Legosteinen toben können, oder die Erwachsenen, die einfach nur staunen. Dieser Themenpark auf der Nordseite von San Diego County ist ideal gelegen, nur zwei Stunden entfernt von einer Auswahl an anderen Parks und Attraktionen in Südkalifornien - aber letztlich nur wenige Minuten Autofahrt entfernt vom nächsten Strand.

Mit Hotels innerhalb des Parks und in der nahen Umgebung, sowie einem eigenen Wasserpark hat sich die Attraktion der kleinen Steinchen innerhalb von 15 Jahren von einem Ort zu Ehren der Plastikblöcke zu einem Ort entwickelt, an dem sich ein Familie gleich mehrere Tage vergnügen kann.  Beim Bummel auf den Spuren Gullivers darf ungläubig geschaut werden: miniaturisierte Nachbildungen der Hauptstadt Washington, der Metropolen New York und San Francisco – und sogar Szenen ferner Welten aus Star Wars inklusive einem riesigen Todesstern suchen ihresgleichen. Es mag zwar in erster Linie darum gehen, ein Lächeln ins Gesicht der Kleinen zu zaubern, aber es gibt auch reichlich Unterhaltung für ältere Besucher: Der Park bietet mehr als sechzig Fahrgeschäfte, Shows und selbst drei Achterbahnen. Nicht zuletzt der San Diego Zoo wirbt um Besucher. Die Kardinalfrage, ob solche Zoos reine Tierschauen aus kommerziellem Interesse oder letzte Zuflucht für bedrohte Arten sind, muss allerdings jeder für sich selbst beantworten.

Durch Old Town San Diego weht ein Hauch kalifonischer Geschichte. Zwischen Mission Valley und Mission Bay soll der 31. Bundesstaat aus der Taufe gehoben worden  sein. Hier entstand die erste Missionarsstation an der Küste. Zeugnisse jener Tage sind das alte Schulhaus und ein Büro des Sheriffs, wo sogar heute noch Raucher ihrer Leidenschaft frönen können ohne böse Blicke zu ernten. Hier finden sich auch die schrägsten Shops. Die Palette reicht von Voodoo-Läden bis zu Bonbongeschäften, die Hunderte verschiedene Sorten der "Plombenzieher" im Angebot führen. Ohne Bier geht nichts in der Welthauptstadt des Gerstensaftes. Über 130 Brauereien im San Diego County sorgen für Abwechslung. Bei den immer populäreren Biertouren wie dem "Brew Hop" durch die Brauereien der pulsierenden City am Pazifischen Ozean können die neuesten Kreationen Craftbiere getestet werden. Manche schmecken einfach fantastisch, andere sind sehr gewöhnungsbedürftig.

Und dann das architekton​ische Highlight: das "Del", wie Einheimische das Hotel del Coronado nennen. Das Monument liegt auf der gleichnamigen Insel. Eine Brücke trennt Downtown von dem Villenviertel, wo die Reichen und Schönen wohnen. Unbestritten, der Coronado Beach gilt als einer der schönsten des Landes. Und Schwimmen darf hier jedermann. Ein Zimmer im Luxushaus allerdings seinen Preis. Als es wie ​eine Art Märchenschloss im viktorianischen Stil mit Türmchen und Veranden vor fast 130 Jahren seine Pforten öffnet, ist es umgehend ein Treffpunkt für Amerikas Millionäre, die den strengen Wintern an der Ostküste entfliehen. Bald reihen sich Leinwandstars und Sternchen in die illustre Gästeschar ein. Hollywood-Regisseure nehmen das „Del“ gerne als Kulisse. Wie beispielsweise Billy Wilder, der hier seine Klamotte „Manche mögen’s heiß“ mit Marylin Monroe und Jack Lemmon gedreht hat.

Wolf Goldschmitt, vom 20.03.2017 11:47 Uhr
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