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Italien
Diese Trüffeln sind Gold wert

Der von Ben van Berkel/UNStudio entworfene Trüffelhobel ist der Sieger des Projekts "De Truffle". Foto: Davide Dutto
Der von Ben van Berkel/UNStudio entworfene Trüffelhobel ist der Sieger des Projekts "De Truffle". Foto: Davide Dutto

Auf der internationalen Messe für Weiße Alba-Trüffeln steht der Bankomat gleich mitten drin. Sicherlich keine schlechte Idee bei den Trüffelpreisen, die sich wegen des trockenen Sommers in Italien im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt haben. Für 650 Euro pro hundert Gramm wurde die Weiße Alba-Trüffel, die Tuber Magnatum Pico, Mitte November, auf der weltweit größten Messe für Weiße Alba-Trüffeln gehandelt. Diese findet traditionell von Anfang Oktober bis Ende November jeweils am Wochenende statt. Direkt im historischen Altstadtkern von Alba.

Der unverkennbare Geruch der Trüffeln, etwas an Knoblauch erinnernd, hat sich wie eine Duftwolke im großen Messezelt verteilt. Kaum den Fuß über die Schwelle gesetzt, kriecht er schon in die Nasen der Besucher. Und da sind sie, die schwarzen und weißen Trüffeln aus der Gegend um Alba. Und vor allem: Die Weiße Alba-Trüffel. Ein wild wachsender Pilz, der nur in Symbiose mit bestimmten Strauch- und Baumarten gedeiht. Bis heute gibt es keine Techniken, um die Weiße Alba-Trüffel zu kultivieren. Sie hat eine knollige, häufig auch abgeflachte, unregelmäßige Form und eine glatte, hellgelbe Membran. Ihr Fruchtfleisch ist von zahlreichen weißen, stark verzweigten Maserungen durchzogen und variiert in der Farbe von milchweiß, über intensiv rosa bis braun. Vom 21. September bis 31. Januar darf der Weiße Alba-Trüffel gesammelt werden.

So wird das Wetter in Italien

Auf Baumwolltüchern in Kühlvitrinen, fein säuberlich ausgelegt, bieten die Trüffelsucher ihre Kostbarkeiten den potentiellen Käufern an. „Wenn Sie eine Trüffel kaufen wollen, riechen Sie daran!“, rät Giovanni De Castelli den Messebesuchern. „Eine frische Trüffel hat auch einen frischen Geruch, eine Mischung aus Wald, Nuss, Trüffel und Knoblauch“. De Castelli muss es wissen. Jede Trüffel, die auf der Messe verkauft wird, muss vorher an seiner Nase, oder an der seiner Kollegen, vorbei. De Castelli ist Mitglied der Qualitätskommission der Trüffelmesse. Die Kommission thront, leicht erhöht, zwischen den Ständen der Trüffelsucher. Genau in der Mitte des Messezelts. Bevor die Trüffelmesse für die Besucher ihre Pforten öffnet, prüfen die Kommissionsmitglieder jede einzelne Trüffel, die die Trüffelsucher verkaufen möchten, akribisch. „Entspricht eine Trüffel nicht unseren Kriterien, wird sie eingezogen“, da lassen De Castelli und seine Kollegen nicht mit sich handeln.

„Die beste Methode eine Trüffel aufzubewahren, ist sie zu essen und sich die Erinnerung an den Geschmack zu erhalten“, antwortet De Giovanni scherzhaft auf die Frage, wie die kostbaren Trüffeln richtig aufzubewahren sind. Trotz der Scherze ist die Arbeit der Qualitätskommission eine ernste Sache. Schließlich geht es beim Trüffelkauf und viel Geld und um viel Vertrauen. Während der Messe steht die Qualitätskommission den Besuchern daher den ganzen Tag zur Verfügung. Prüft auf Wunsch die auf der Messe erworbenen Trüffeln nochmals nach und sorgt dafür– sollten die Käufer doch einmal minderwertige Trüffeln erworben haben – dass diese umgetauscht werden, oder die Kunden ihr Geld zurückbekommen.

Dass die um Alba herum wachsenden Trüffeln unter dem Namen Weiße Alba-Trüffeln Weltruhm erlangten und dass die Trüffelmesse jeden Herbst Gourmets aus aller Herren Länder ins Piemont nach Alba lockt, ist untrennbar mit Giacomo Morra verbunden. Der Hotelier, Koch und Trüffelliebhaber rief 1929 die Trüffelmesse ins Leben und hatte 1949 die werbewirksame Idee, der Hollywood-Schauspielerin Rita Hayworth die beste Weiße Alba-Trüffel des Jahres zu schenken. Alba war in der internationalen Presse. Die Tradition, eine Premiumtrüffel zu verschenken, wurde beibehalten. Die Trüffelmesse wurde zusehends weltweit ein Begriff. Verknüpft mit berühmten Namen wie Harry Truman, Marylin Monroe, Winston Churchill. 2016 ging die Trüffel des Jahres an die Paralympics-Gewinnerin Beatrice Vio.

Maren Recken, vom 30.11.2017 15:00 Uhr
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