Island - Es stinkt bestialisch nach faulen Eiern, aber Hörthur atmet tief ein. Er ist Isländer und mag diesen Geruch und den Norden seines Landes, den manche Touristen, die er führt, nur mit Nasenklammer bereisen. Die steinig-braune Lavalandschaft ist übersät von Kratern, überall steigen Rauchsäulen in die Höhe und nehmen den Himmel Tag und Nacht gefangen. Der kräftige Wind trägt die Dampfschwaden in alle Richtungen, selbst durch die Lüftung drängt der faulige Schwefelgeruch ins Innere der Autos. Hörthur hat den Wagen vor dem Mývatn Nature Bath geparkt.
Bäder haben in der Region eine lange Tradition. Schon im 16. Jahrhundert nutzten die Isländer den Dampf, der entlang der Kraterreihe Jarthbathsólar emporsteigt und das Wasser, das auf den Poren der Erdoberfläche dringt, zur Reinigung des Körpers. Angeblich waren sie sich auch schon der Wellness-Wirkung bewusst und relaxten beim Bade rund um die Krater. Heute sind die Lagunen nicht mehr frei zugänglich und funktionieren wie ein Freibad.
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