Fraser Island - „Darf ich vorstellen, unser Serienkiller!“ Kaum hat Peter Meyer diesen Satz ausgesprochen, blickt er in ängstliche Gesichter. Köpfe fliegen herum, Augen scannen hektisch die Umgebung ab: Eine giftige Schlange vielleicht? Eine Riesenspinne? Oder der Dingo, dieser wolfsähnliche Wildhund, der angeblich nicht bellt, dafür aber um so mehr beißt? Alles möglich, hier im düsteren Regenwald-Dschungel auf Fraser Island. Aber nicht wahrscheinlich, denn Peter, der Ranger, liebt Überraschungen, das merkt seine heutige Tourgruppe spätestens jetzt, fünf Minuten nach dem Start: „Hier ist er“ sagt Meyer und tätschelt einen Baum, „der hat schon drei Morde auf dem Gewissen“.
Ungläubiges Staunen - bis der Ranger erzählt, wie diese Würgefeige ihre Opfer meuchelt: „Sie nistet sich als kleiner Busch in der Krone eines großen, kräftigen Baumes ein, treibt dann unzählige Luftwurzeln aus, die sich – unten angekommen - in den Waldboden graben. Dort saugen sie ihrem Wirtsbaum das Wasser weg, während sie ihn oberirdisch strangulieren, bis er morsch in sich zusammenfällt.“
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