Frankreich
Mit dem Hausboot auf der Saône

Traumhaft schön: Die Kulisse von Ray-sur-Saône in der Region Bourgogne-France-Comté. Foto: Ulla Wolanewitz
Traumhaft schön: Die Kulisse von Ray-sur-Saône in der Region Bourgogne-France-Comté. Foto: Ulla Wolanewitz

Einst transportieren die Schiffe über die Saône Stahl, Wein und Weizen ins Land und brachten großen Reichtum mit dem Flusshandel in diesen beschaulichen Ort in der Region Bourgogne-France-Comté - bis die Bahn kam.

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Nach kurzer Einweisung in Navigation und Technik der „Magnifique“ gibt´s die „carte de plaisance“, die Lizenz zum Fluss fahren. Wenige Minuten später heißt´s: Leinen los, abgelegen. Die laminierte Gewässerkarte gehört oben ans Steuerrad. Keine Angst, der Fluss verzeiht den anfänglichen Zick-Zack-Kurs. Das stoische Gewässer weiß, die geräumige „Badewanne“ gut zu beruhigen. Außerdem bringt das Bugstrahlruder die schwimmende Ferienwohnung schnell wieder in die Spur. Immer schön die Mitte anpeilen und ab durch die grüne Schlucht, den Fluss hinauf. Eine herrliche Landschaft in Bilderbuchidylle zieht gemächlich vorbei: Himmlisches Blau, sattgrüne Wiesen, sonnengelber Löwenzahn, braune Kühe, Fischreiher, Störche, ein Kuckuck. Ein Vogelkonzert flankiert das leise Motorengeräusch und das sanfte Wassergeplätscher.

Reisen macht die Gedanken frei

Stress? Der wurde wohl weißlich am Hafen zurückgelassen. Diese Reise macht die Gedanken frei. Nur übers Wasser gleiten, wahrnehmen, entspannen. Zum nonchalanten Ambiente passt das „Radio Nostalgie“, das mit seinen antiken Chansons vom „savoir vivre“ und der Liebe erzählen. Donc la vie est belle. So ist das Leben schön.

Die einzige Herausforderung sind die Schleusen. Sie benötigen Aufmerksamkeit. Und bitte: Tempo drosseln beim Einfahren in die Schleusenkammer. Zuvor gilt es das Seil zu fangen, das knapp 100 Meter vorher über den Fluss gespannt ist. Es öffnet Sekunden später automatisch das Schleusentor. Aber Geduld: Warten, bis das grüne Licht aufleuchtet. Langsam einparken und die Schiffstaue festmachen – anpollern.

Diese Reiseroute weiß auch mit sehr urwüchsigen Etappen auf dem Kanal zu trumpfen, über das sich die „Magnifique“ mäandert. Dabei sollte sich aber die Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h halbieren. Nur nicht die große Welle machen. Ansonsten wäscht das Ufer zu stark aus. Hinter einer Kurve warten auch schon mal ein paar Schwäne auf die Magnifique, um sie für eine kleine Weile eskortieren.

Perspektivwechsel

Einfach klasse, sich die Welt mal aus einer anderen Perspektive – vom Wasser aus – zu erschließen. Diesen Törn weiß Ray-sur-Saône  - mit seinem Schloss aus dem 10. Jahrhundert und einer traumhaften Fotokulisse  - ganz besonders zu krönen. Dazu gehört auch der Besuch „Chez Yvette“ auf der „Grand Rue“, der Hauptstraße der 208-Einwohner-Gemeinde. Die zahlreichen Schwalben auf dieser Hauptverkehrsschlagader sind vielleicht nicht nur Hinweis auf das Glück, das hier wohnt, sondern auch auf das leckere Menü der „Grand Dame“. Mit feiner Pastete, Lamm und Ente, weiß die Gute ihre Flussfahrer erstklassig zu verwöhnen. Vorweg spendiert sie gerne ein „Eau de vie“ – ein hochprozentiges Lebenswässerchen, von der Mirabelle gebrannt. Kein Frage: So lässt es sich Leben, Urlaub machen, total entspannen und genießen.

Ulla Wolanewitz, vom 30.08.2017 10:21 Uhr
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