Von Thalasso bis Jod-Sole, vom Heilstollen bis zum Ladykracher. Das ist alles, was man braucht, um den Winter aus den müden Knochen zu schütteln und sich fit für den Frühling zu machen. Wir haben eine Stippvisite in vier „Genießer-Regionen“ in Norddeutschland gemacht.
Wohlfühlort Norderney öffnet die Schleusen
Thalasso, das sind Algen aus dem Meer. Und da der Schlick frisch sein muss, wird die Anwendung nur an der Küste praktiziert. Das Staatsbad Norderney hat eines der größten deutschen Thalasso-Zentren. Wer in das „bade:haus“ geht, kann sich für Wellen und Spaß oder Sauna und ruhiges Wasser entscheiden. Am schönsten ist die Sauna auf dem Dach. Sandra reicht eine Obstschale in die Sauna. „Fit in den Frühling“, sagt die Meisterin der heißen Luft, fächelt und lächelt. Es ist die Leichtigkeit des Schwitzens, die einsetzt. Dazu gibt es einen Blick von schräg oben auf die Ostfriesische Insel, der verblüfft. Ein Wohlfühlort ersten Ranges öffnet seine Schleusen. Ein Thalasso-Weg nahe an der Brandung entlang. Die Aerosol-haltige Luft hält die Lungen rein und den Körper jung.
Durchatmen in den Stollen von Bad Grund
Der Heilstollen von Bad Grund im Harz, aus dem früher Eisenerz gemeißelt wurde, ist einige Kilometer lang. Nach der Wetterschleuse und 80 Metern Fußweg beginnt der Therapiebereich. Seit 2009 ist dieser Heilstollen sogar staatlich anerkannt. Die Luft ist staubfrei, löst keine Allergien aus, reinigt die Lungen. Karl Hermann, der die zehn Gäste begleitet, kommt vom Gesundheitszentrum der Harzstadt und verteilt die großen Schlafsäcke. Ob Winter, ob Sommer – immer herrschen hier sieben Grad. Derart mumifiziert liegen die Tiefatmer jetzt flach und warm. Zwei Stunden wird geatmet, was ja weitgehend von selbst geschieht. Es ist eine Art Schönheitsschlaf, der augenblicklich einsetzt. Wunderbar! „Wer das drei Wochen täglich zwei Stunden praktiziert, hat über Monate keine Atembeschwerden“, prophezeit Karl Hermann und beruft sich auf wissenschaftliche Studien.
Den Rücken in der Heide stärken
Im Spa & Vital Center der Jod-Sole-Therme von Bad Bevensen wird bei Massagen der Rücken gestärkt. Das Paket „alles Gute für den Rücken“ bringt einen wieder in aufrechte Form. Tatsächlich ist das ein Genuss. Eingeölt mit warmen Händen gelockert zu werden, das ist eine Art Wintertraum. Es gibt eine große Auswahl an Massagen, Lichtentspannung und Einzelsprudelliegen. Ein gewärmter Sandstrand zum Hinlegen unter künstlichen Palmen oder nebenan Unterwassermusik im Solebecken sind zu erleben. „Mit jeder Seifenblase platzt eine Sorge“, untermalt Sabine Meyer, die Therapeutin, die Bevenser Lockerheit.
Fündig geworden bei Sinnsuche im Westen
Das größte Outdoor-Fitness-Studio in Deutschland ist der „Terra.vita“-Naturpark. Er hat 2500 Kilometer Rad- und Wanderwege. Alles über das frühere Meer, das hier schwappte, über versunkene und noch lebendige Ökosysteme oder Klettern und Geocaching (Schnitzeljagd per Handy) ist im Museum am Schölerberg in Osnabrück zu erfahren. Es ist ein einmaliges Netzwerk aus besonderen Orten, Ausblicken, Erlebnispfaden, Tierparks, Hügelgräbern, Burgen und Vorträgen, das über Wiehengebirge, Teutoburger Wald und Ankumer Höhen verteilt ist. „Ab März sind wieder unsere Tourguides mit Ihnen unterwegs“, sagt Hartmut Schäfer vom Auskunftsbüro. Die Vitalbäder im Osnabrücker Land heißen Bad Essen, Bad Iburg, Bad Laer und Bad Rothenfelde. Da gibt es „Ladykracher“ mit Wellness für die Frau und zwei Übernachtungen in Bad Iburg oder das Paket „Bademenü“ in Bad Rothenfelde.
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