Amerikanische Metropolen
Ich war noch niemals in New York

Die Brooklyn Bridge führt über den East River von Manhatten nach Brooklyn. Foto: shutterstock/IM_photo
Die Brooklyn Bridge führt über den East River von Manhatten nach Brooklyn. Foto: shutterstock/IM_photo

Das „richtige“ New York spielt sich nicht zwischen den Boutiquen und Bars Manhattans ab, sondern auf der anderen Seite des East River in Brooklyn. Dort, wo die vielen kreativen Freigeister der Metropole leben. Einer von ihnen ist Sara Jo. Über die Mietwohnzentrale Airbnb vermietet sie ein kleines, selbst gebautes Baumhaus auf Stelzen inmitten ihres Lofts im Künstlerviertel Bushwick, was passenderweise so viel wie „kleines Dorf im Wald“ heißt. Sara wollte etwas Besonderes aus ihrer Wohnung machen. „Ich lerne gerne Menschen aus aller Welt kennen. Einen großen Raum ohne Trennwände und Türen konnte ich ja schlecht vermieten“, erklärt die 34-Jährige. So werkelte sie kurzerhand ein paar Wochen rum, und schwups war ihre Traumwohnung fertig und stand für den Besuch von Gästen und Freunden bereit. Wer kommt, wird herzlich gedrückt und bekommt zuallererst ein Stück Stadtteil-Kultur in die Hand gedrückt: ein eiskaltes Brooklyn Lager.

So wird das Wetter in New York

Brooklyn – nach der holländischen Gemeinde Breukelen bei Utrecht benannt – ist mit circa 2,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von gut 250 Quadratkilometern fast dreimal so groß wie Manhattan. Stadtviertel wie Carroll Gardens, Park Slope und Williamsburg besitzen alle ihren ganz eigenen Charme. Touristen, die glauben, ein Tag in Brooklyn reicht, um alles zu sehen, werden gerne belächelt. Einheimische würden sagen: „Fuhgeddaboudit!“ Das könnt ihr vergessen!

Tipps der Locals

Apropos Einheimische: Wer ins echte Brooklyn-Leben eintauchen möchte, fragt am besten die Locals. „Die leckerste Pizza gibt es im Roberta’s“, verrät Sara Jo. Die Steinofen-Pizzeria, die nach wie vor in einer ehemaligen Garage zu Hause ist, ist aus Bushwick nicht mehr wegzudenken. Die Variationen reichen von klassisch bis ausgefallen, die Zutaten werden lokal bezogen, teilweise vom hauseigenen Dachgarten. Dank reichlich positiver Presse und prominentem Besuch, wie etwa von Bill und Hillary Clinton, ist das Roberta’s immer gut besucht. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, kommt zum Mittagessen oder zum Brunch am Wochenende.

Samstags gehört Williamsburg zu den Top-Adressen der Stadt, denn hier findet einer der beiden legendären Brooklyn Fleas statt. Schon auf dem Weg in den East River State Park, in dem der große, quirlige Flohmarkt Woche für Woche aufgebaut wird, stehen zahlreiche private Trödelstände vor den Haustüren – „Stoop Sale“ wird das hier genannt. Am Ziel angekommen eröffnet sich ein buntes Potpourri aus Antiquitäten, Vintage-Kleidung, Schmuck und T-Shirts. Ein Paradies für Trödelsammler und hand­gemachte Erinnerungsstücke.

Festival des guten Geschmacks

Nur ein paar Meter weiter trifft sich zeitgleich das „Who’s who“ der Gastro-Szene Brooklyns – Blick auf Manhattans Skyline inklusive. Die „New York Times“ bezeichnet den Smorgasburg Food Market gern als „The Woodstock of Eating“. Und genau das ist es auch: ein Festival des guten Geschmacks. An der einen Ecke riecht es nach Burgern, an der anderen nach gepökelten Leckereien, und ein paar Schritte weiter duftet es herrlich nach Doughnuts. Kein Wunder, dass Smorgasburg zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist und jede Woche eine junge, hungrige Meute hierherkommt.

Ina Bohse, vom 25.07.2017 09:03 Uhr
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